Die Büros der Zukunft werden ein ganz anderes Bild bieten.

Home-Office wird zum «Normalfall» und wird Räume und Einrichtungen beeinflussen. Büros werden zu reinen Treffpunkten und Austausch-Plattformen.


Unternehmer und Experten sind sich einig: Die Arbeitswelt wird sich extrem verändern. Die Mitarbeiter arbeiten nicht mehr im Acht-Stunden-Takt am Schreibtisch im Büro, sondern künftig im «Home-Office». «Die Büros werden in Zukunft eine ganz andere Rolle bekommen», sagt Danny Schweingruber, CAS Change Management und Mitglied der Geschäftsleitung bei Witzig The Office Company, «die Büros werden zu Hubs, zum Treffpunkt und zur Austauschplattform.


Die Veränderung beginnt mit den Räumlichkeiten. Schreibtische verschwinden, die grossen Räume werden umgestaltet, es entstehen Inseln, wo sich Mitarbeiter zurückziehen und untereinender in Gruppen kommunizieren. Danny Schweingruber kennt den Grund für die Veränderung: «Die nachrückende Generation der heute 20- bis 23-jährigen ist nicht mehr bereit, sich morgens für acht Stunden ins Büro zu begeben, um abends erschöpft wieder nach Hause zu fahren». Man werde in Zukunft da arbeiten, wo es angenehm, praktisch und sicher ist. Zum Beispiel in der häuslichen Umgebung oder im Freien. Man begibt sich nur noch in die Firma, wenn man mit andern Mitarbeitern Projekte und Arbeitsabläufe besprechen muss.


Allein durch die elektronische Archivierung braucht der einzelne Arbeitsplatz weniger Stauraum, sogenannte Sitz-Arbeitsplätze gehören vielerorts bald der Vergangenheit an. Laut Danny Schweingruber wird es vor allem flexible Arbeitsplätze geben: «Der Mitarbeiter bringt seine persönliche Tastatur und Maus mit in die Firma und arbeitet damit am Stehpult dort, wo sein Fachwissen gerade gebraucht wird».


Diese Veränderungen – von denen natürlich Handwerks-, Service- und Produktionsbetriebe oder Spitäler und die Polizei ausgeschlossen sind – ermöglichen Einsparungen am einzelnen Arbeitsplatz. Laut einer Studie an der Londoner «Cass Business School» glauben 90 Prozent der Manager, dass ihre Mitarbeiter produktiver sind, wenn sie ihre Arbeit selber organisieren können. 80 Prozent sind überzeugt, dass sich die neuen Arbeitsformen positiv auf ihr Unternehmen auswirken würden. Professorin Alison Maitland sagt ganz klar: «Leute täglich ins Büro zu beordern garantiert schliesslich nicht, dass dort auch Werte geschaffen werden». Es sei zudem eine Illusion zu glauben, dass Manager die Produktivität der Mitarbeiter überprüfen können, nur weil sie diese an ihren Computern sitzen sehen. «Das führt dazu, dass Leute in ihren Büros sitzen, weil es von ihnen erwartet wird – ob sie etwas zu tun haben, oder nicht».


Bisher rechnete man damit, dass sich 20 Prozent der Mitarbeiter grundsätzlich gegenüber einschneidenden Veränderungen quer stellen. Die Corona-Krise liess vielen Beschäftigten aber keine Wahl. Unterdessen findet «Home-Office» eine grosse Akzeptanz. Die Veränderung der Arbeitsplätze ist vielerorts bereits eingeleitet. Bei Google können Ingenieure heute schon frei über ihre Arbeitszeiten und -orte bestimmen, vorausgesetzt, sie sprechen sich mit ihren direkten Kollegen ab und bringen die vereinbarte Leistung. Bei IBM spricht man davon, dass das Unternehmen dank flexibler Strukturen rund 100 Millionen Dollar pro Jahr an Bürokosten spart.

Novartis setzte zur Entwicklung eines idealen Arbeitsplatzkonzeptes im Campus-Bürogebäude «Asklepios 8» – geplant von Herzog & De Meuron – die weltbekannte Hirnforscherin Susan Greenfield ein. Die Neurowissenschaftlerin vertritt die These, dass eine bereicherte Arbeitsumgebung die Gehirnaktivität verbessert und den Erfindungsgeist anregt.

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