Wer zuerst kommt, macht's zweimal. Oder die Freuden beim Ausbau einer Liegenschaft

Wer Bedarf an Unterhaltung und Fitness hat, sollte bauen. Kaum eine andere Beschäftigung verbrennt so viele Kalorien und bringt den Adrenalin-Haushalt durcheinander.


Es ging darum, ein Ladenlokal, das im sogenannten Edel-Rohbau fertig gestellt war, nach den Vorstellungen des künftigen Mieters auszubauen. Einbau einer Toilette, Vinylboden (im Eichen-Look), abgehängte Decke (System Knauf), Lüftungssystem und Deckenbeleuchtung. «Kein Problem», sagten alle angefragt Handwerker. Und nach der Auftragserteilung wurde ein Terminplan erstellt. Die Zeit war, wie immer beim Bauen, sehr knapp.


Der Gipser erstellte die Zwischenwände und montierte die Metallkonstruktion für die Decke. Der Elektriker verlegte Rohre und zog Kabel ein. Gleichzeitig – und ohne die Anderen zu stören – installierte der Sanitär-Installateur seine Leitungen. Termingerecht erschien auch der Fliesenleger und verlegte seine Fliesen in der Toilette.


Und als ich mich gerade zufrieden zurücklehnen und den reibungslosen Verlauf der Dinge geniessen wollte, kam die Hiobsbotschaft. Die Lüftungsfirma hatte das Material nicht rechtzeitig erhalten. Zudem verabschiedete sich der Lüftungsinstallateur in die Ferien. Ich fand die Gipser Däumchen drehend auf der Baustelle. “Was machen wir? Wir können nicht weiterarbeiten, wenn die Lüftungskanäle in der Decke nicht verlegt sind.“ – Wir telefonierten und wir warteten. Bis zum letzten möglichen Termin. Da beschloss ich, dass der Gipser seine Arbeiten abschliessen und die Decke fertigstellen soll. Laut Lüftungsfirma könne man die Lüftung später einbauen...


Nach zehn Tagen kamen die Lüftungsfirma mit ihrem Material. «Wo soll das hin?» War die erste Frage. Und dann bestellte ich den Gipser, damit er Teile der Decke wieder öffnete. Das Spiel begann von vorne...



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