• ps7657

Die Tricks der Makler, Teil 2

Aktualisiert: Sept 2

Der erstgenannte Preis gilt...


Man beschloss, das Haus zum Verkauf auszuschreiben und diskutierte den festzusetzenden Verkaufspreis. Die Preisgestaltung für Immobilien, vor allem im Wohnbereich, ist von vielen Faktoren abhängig. Für die Besitzer stellt das Haus meist einen viel höheren Wert dar, als man dafür auch im besten Fall erzielen könnte. Die Eigentümer wissen genau, was sie nach dem Bau oder dem Erwerb ins Eigenheim investiert haben. Neben dem Geld waren das vor allen Dingen viel Zeit, Liebe und Engagement. Das ergibt Zahlen, die sich nicht einfach aufrechnen lassen. Und den Trennungsschmerz bezahlt einem auch kein Käufer.


Der Verkauf einer Immobilie sollte genau betrachtet eine völlig emotionslose Angelegenheit sein.

Schliesslich einigte sich das Ehepaar auf einen Verkaufspreis für ihr Haus von 930'000 Franken. Im Vergleich zu anderen Häusern gleichen Ausmasses, aber im «08-15-Stil» ein viel zu niedriger Preis. Das Haus war einmalig in der Architektur, verfügte über eine Geothermie-Heizung, stand auf einem relativ grossen Grundstück mit einem grossen Pool im Garten. Schnell meldeten sich Interessenten. Ein junges Ehepaar. «Wir haben uns sofort in das Haus verliebt», sagte die Frau, «es ist genau das, was wir schon lange suchten».


Eine Woche nach der zweiten Besichtigung rief die Frau an und sagte voller Freude: «Wir haben die Finanzierung bekommen – wann können wir den Vertrag unterschreiben?» Der Termin war schnell vereinbart und man traf sich im Garten bei einem Glas Champagner. Als das junge Paar nach dem Vertrag fragte, sagte die Eigentümerin: «Es gibt ein kleines Problem: Wir verkaufen unser Haus nur für 980'000 Franken.» Das junge Ehepaar schaute geschockt auf: «Ist das definitiv?!» – «Ja, für weniger können wir nicht verkaufen.» Nach einigen tiefen Seufzern sagte die junge Frau: «Das kriegen wir nicht finanziert! Auf keinen Fall. Da müssen wir leider verzichten...» Die jungen Leute zogen mit einer Träne im Augenwinkel davon.


«Ich dachte, wenn die 930'000 bezahlen können, dann können sie sicher auch etwas mehr locker machen», meinte die Eigentümerin, «was sind schon weitere 50'000 Franken bei einem Hauskauf?!»


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